
Bücher übers Milieu sind nicht selten, die guten aber schon. Im LustHaus, dem großen deutschen Huren-Forum, bespricht ein anonymes Mitglied ein neues Werk, das besonders missglückt sein muss:
“Über Huren schreiben, ohne je mit einer gefickt zu haben: Dieses Kunststück bringt der Autor Thomas Brussig fertig. Da redet ein Blinder über Farben. Tatsächlich hat dieser Kerl keine einzige Hure je gefickt. Versichert er glaubhaft. Denn diesem harmlosen ahnungslosen Typen nehme ich das ab. Entsprechend ist auch dieses Buch. Ein Eunuch hätte es nicht besser schreiben können.

Anmerkung: Dass sich die Sextester des Freiclub durch ganz Deutschland poppen und nur die besten Tipps veröffentlichen, sei hier am Rande erwähnt. Reinklicken?
Dass er tatsächlich keine Hure gefickt hat, aber dennoch über Huren schreibt, erfährt der geneigte Leser erst sehr spät im Buch – wenn er es bis dahin nicht eh schon in die Ecke gefeuert hat. Es ist zum Heulen, was dieser Mann an Ignoranz und Verklemmtheit und Besserwisserei über Huren, Freier und Paysex ablieferte.
Hier ist ein schmieriger überforderter Voyeur zugange, der ständig Abzocke befürchtet. Dieser Typ sollte schleunigst heim zu Muttchen, der er ja versprochen hatte, es nie „zum Äußersten“ kommen zu lassen. Ab in die Mülltonne mit diesem Buch!”
Thomas Brussig: “Berliner Orgie”, Reportage-Roman, Piper-Verlag München 2007, 208 S., EUR 16.90

Gut, dass wir verglichen haben, denn dieses Buch kommt voll aus der Szene: Das Sachbuch “Die geheimen Tricks der Luden” von Alexander Iwanow bringt eine Dokumentation des Rotlicht-Milieus in Deutschland - und die Schlussfolgerungen für normale Männer im ganz normalen Leben. Mit einem Klick erfährst du mehr über dieses eBook.