Die Hure Sophie aus Berlin, Autorin des Buches “Freudenmädchen Sophie”, hatte auch in Tokio mehrere Jobs. Zuerst landet sie in einem “Hostessen-Club”, wo die japanischen Betriebe die Rechnungen ihrer “Salarymen” übernehmen. Außer dem Animieren von Getränken und besoffenem Karaoke geht dort aber nichts ab.
Kein Wunder: Offiziell gibt es in Japan keine Prostitution, und Sexarbeit steht unter Strafe. Doch man mogelt sich durch: Ein Verbrechen beim Paysex ist nur das Eindringen in die Vagina, andere Praktiken werden gerade noch toleriert.
So wie im Stadtviertel “Shinjuku” mit seinen “Soaplands”, wo der Freier ein Schaumbad mit einer Dame inclusive Sex buchen kann. Allerdings besagen Gerüchte, dass sich die Bade-Puffs fest in der Hand der “Yakuza”, also der japanischen Mafia, befinden. Deren Mitglieder erkennt man am abgetrennten kleinen Finger - die Mutprobe zur Aufnahme in diese Kreise.
Vor allem im Stadtteil “Kabukijo” in Tokio findet man um den Bahnhof noch die “Love-Hotels”, also preiswerte Absteigen für junge Pärchen, die zuhause keinen Platz haben. Diese Stundenhotels werden auch von Huren zur Sexarbeit gebucht.
Sophie Berlin: “Freudenmädchen Sophie”, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2008, 200 Seiten, Taschenbuch. 9,90 Euro